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Erneuerbare Energien erreichen neue Rekordwerte



Erst vor wenigen Tagen hat die Ausgabe 2017 des REN21 Renewables Global Status Reports eine sich international sehr positiv entwickelnde Energiewende prognostiziert. Verbunden mit schnell sinkenden Kosten, neu installierten erneuerbaren Energiekapazitäten und stabilen CO2-Emissionen scheinen die Weichen für eine erfolgreiche Energiewende gestellt zu sein.

Verbesserte Leistungen bei sinkenden Kosten

Aktuellen Auswertungen zufolge wurden 2016 auf der ganzen Welt zusätzlich 161 GW EE-Leistung bei fallenden Kosten mit dem Netz verbunden. Mit insgesamt 161 GW der zusätzlich integrierten erneuerbaren Stromkapazität wurde ein neuer Rekordwert erzielt. Die Stromkapazität ist durch diese Entwicklung innerhalb eines Jahres um neun Prozent gestiegen. Der aktuelle Wert beträgt dadurch 2,017 GW. Die knappe Hälfte dieser Neukapazitäten entfielen auf Photovoltaiktechnik. Auf den Nachfolgerängen reihen sich Wind sowie Wasserkraft ein. Organisationen wie Green City e. V. wird diese Entwicklung besonders freuen. Die Tochter Green City Energy AG hat reichlich Erfahrung mit erneuerbaren Energien sammeln können und ist auf diesen Bereich spezialisiert.

 

 

Preiswerte Alternativen zur klassischen Stromerzeugung

Und diesem Wandel scheinen nur wenige Grenzen gesetzt zu sein. Denn erneuerbare Energieträger erweisen sich immer häufiger als kostengünstige Alternative zur klassischen Stromerzeugung. Gute Beispiele sind Länder wie Ägypten oder Mexiko, die erst vor kurzer Zeit Verträge für erneuerbaren Strom für Preise von 0,05 USD pro Kilowattstunde abgeschlossen haben. Dieser Preis unterschreitet den Kostenaufwand für nukleare oder fossile Energie massiv. Auch in Deutschland ist ein diesbezüglicher Wandel in Sicht. Bei zwei Offshore-Wind-Ausschreibungen haben Unternehmen mit Angeboten auf Grundlage der Großmarktstrompreise ohne Subventionen den Zuschlag erhalten.

Eine stärkere Einbindung in variable erneuerbare Energien

All diese Exempel zeigen auf, dass die Einbindung größerer Anteile von variablen erneuerbaren Energien auch ohne nukleare oder fossile Ressourcen gelingen kann. Eine wichtige Bedingung sei ein flexibles Stromsystem, das auf Netzverbindungen, Schlüsseltechnologien, Sektorkopplungen, Wärmepumpen oder Elektrofahrzeugen basiert. Vermutlich überrascht es keinen Umweltaktivisten mehr, dass zu Glanzzeiten immer mehr Länder Netze einsetzen, die weitgehend auf erneuerbarem Strom aufbauen – eine Entwicklung, die sich schon jetzt auf die CO2-Emissionen auswirkt. Bereits zum dritten Jahr in Folge bewegen sich die CO2-Emissionen auf einem konstanten Niveau.

Umweltexperten machen rückgängige Tendenzen des Kohleanteils im Energiemix sowie zunehmende Ausbau-möglichkeiten erneuerbarer Energien für diese Tendenz dafür verantwortlich. Zusätzlich trägt die verbesserte Energieeffizienz trotz der zunehmenden Energienachfrage oder des globalen Wirtschaftswachstums zu diesem positiven Trend bei.

Die Flexibilisierung des Stromsystems schreitet voran

Weiterhin verweisen Umweltexperten darauf, dass innovative Durchbrüche im Segment der Speichertechnologien eine voranschreitende Flexibilisierung des Stromsystems ermöglichen. Beispielsweise wurden im Vorjahr etwa 0,8 GW an neuen Speicherkapazitäten aktiviert. Durch diese Trendwende belief sich die Gesamtkapazität Ende 2016 auf insgesamt 6,4 GW. Außerdem zeichnet sich ab, dass der Markt für Mini-Grids sowie netzferne Systeme immer schneller voranschreitet. Nur als Vergleich: betrugen Investitionen in sogenannte PAYG-Solarfirmen im Jahr 2012 noch 2,7 Millionen Euro, ist mittlerweile sogar die 200 Millionen-Grenze überschritten. Trotz dieser positiven Entwicklungen verstummen kritische Stimmen nicht ganz. Laut Expertenmeinungen vollzieht sich die Energiewende nicht so schnell, dass die beim Weltklimaabkommen in Paris gesetzten Ziele erreicht werden.

Obwohl weltweit nahezu doppelt so viel Geld in erneuerbare wie in fossile Treibstoff- sowie Stromkapazitäten investiert wurde, ist der Anteil an Investitionen in erneuerbare Energieinstallationen von 2015 auf 2016 um etwa 23 Prozent gesunken. Ein Großteil der Investitionen fokussierte sich zudem auf das Photovoltaik- und Windsegment. Allerdings müssten sämtliche erneuerbaren Energietechnologien ausgebaut werden, um die globale Erderwärmung auf weniger als 2 Grad Celsius zu reduzieren.

Das Stiefkind: das Kälte- und Wärmesegment

Die Nutzung von erneuerbaren Energien im Kälte- und Wärmesegment bleibt eine Herausforderung, die im Vergleich zur Stromentwicklung noch immer deutliche Defizite aufweist. Weiterhin besteht ein erheblicher Verbesserungsbedarf für den Ausbau der Infrastruktur für elektrische Fahrzeuge. Als größtes Problemkind gilt die Luft- und Schifffahrt, die bisher noch keine bahnbrechenden Lösungsansätze aufzeigen konnte. Ein weiteres Problem besteht darin, dass Subventionen für fossile Energieträger noch immer technische Fortschritte behindern, weil diese höher als für erneuerbare Energien sind. Es besteht dementsprechend noch immer Handlungsbedarf.